Kartäuserkirche

Bereits seit 50 Jahren nutzt die Evangelisch-Lutherische Kirche Basel und Nordwestschweiz die Kartäuserkirche als stimmungsvolle Örtlichkeit für ihre Gottesdienstfeiern. Die Kirche liegt am Theodorskirchplatz in Kleinbasel, gegenüber der Theodorskirche, im Hof des Waisenhausareals.

Nach der Gründung der Basler Niederlassung der Kartäuser 1401 diente vorerst der Saal des Bischofhofs mit Bänken aus der zuvor im Stadtgraben stehenden St. Margarethenkapelle als Kirche. Die Glocke hängte man in den Kamin der Küche. Die Steine der Margarethenkapelle wurden zum Bau der Kirche gebraucht. Bauleiter wurde 1408 der Strassburger Kartäuser Johannes von Ungarn. Die Kirche konnte mit der Weihe von drei Altären nach achtjähriger Bauzeit 1416 eingeweiht werden. Der Bau des Kirchendaches hatte von 1410 bis 1414 gedauert. Bei der Eröffnung war die Kirche durch einen Lettner in einen Mönchschor und eine Laienkirche getrennt; heute ist die Laienkirche zu Geschossen aufgeteilt, und die heutige Kirche besteht nurmehr aus dem einstigen Chor.

Während der Konzilszeit 1431 bis 1448 wurde die an sich bewusst karg ausgestattete Kirche ausgeschmückt. Von den schönen Glasgemälden ist leider nur noch ein Überrest erhalten, weil ein Unwetter bereits 1487 etliche Fenster zerstörte. Die meisten Ausschmückungen wurden von Konzilsteilnehmern gestiftet. Viele von ihnen starben an der Pest des Jahres 1433 und wurden in der Kirche begraben. An diese und andere Gönner erinnern Totenschilde und Grabplatten. Die 14 erhalten gebliebenen hölzernen Totenschilde sind in der Schweiz eine kulturhistorische Rarität.

Interessierte können die spannende Geschichte der Kartäuserkirche ausführlicher in dem Kunstführer Die ehemalige Kartause in Basel nachlesen, den unser Mitglied, Kirchenhistoriker Daniel Reicke (zusammen mit Valentin Vonder Mühll) verfasst hat. Das Büchlein ist im Handel erhältlich.

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